Tiffany and Company, New York
Vase

Vase
Tiffany and Company, New York
Vase
1876
Kupfer, Messing, Bronze, Gold, Verzierungen aus massivem Silber
H. 19,5; D. 5 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Franck Raux


Vase

Vase


Edward Chandler Moore (1827-1891), der künstlerische Leiter von Tiffany and Company von 1875 bis 1891, prägt den Stil dieses 1837 gegründeten bedeutenden amerikanischen Schmuck- und Silberwarenunternehmens. Er interessiert sich schon sehr früh für die Künste des Fernen Ostens, insbesondere aus Japan. Er stellt eine beeindruckende Sammlung asiatischer Kunstgegenstände zusammen, die ihn augenscheinlich stark beeinflusste.
Diese Vase, genannt „Pinselhalter”, die sich durch ihre zylindrische Forme auszeichnet, ist einer japanischen Vase dieser Sammlung nachempfunden. Sie wurde aus einer Metalllegierung angefertigt und mit einer Verzierung aus massivem Silber versehen. Für diesen Dekor wurde sechs Mal das Motiv eines Paulowniablattes dargestellt. Als Vorbild für diese Form dient das Wappen der japanischen Kaiserfamilie. Diese leicht plastisch hervortretende Ornamentik ist charakteristisch für die Goldschmiede Tiffany. Um die Vase aufhängen zu können, wurde wie auf dem Original ein Ring angebracht.

Schon 1872/1873 finden die japanisch inspirierten Objekte von Tiffany and Co. beim Publikum großen Anklang. Die zahlreichen anerkennenden Kritiken, die sie 1876 - dem Jahr, in dem die Vase entstand - auf der Centennal Exhibition von Philadelphia erhalten, sind ein beredtes Zeugnis dafür. Auguste Bartholdis Bericht bezüglich der angewandten Künste hebt hervor, wie maßgeblich der Japonismus, der der neugriechischen Kunst und der Neorenaissance ein Ende setzte, die zeitgenössische Kunstschöpfung erneuerte. Seiner Ansicht nach ist Tiffanys Verdienst auf diesem Gebiet ganz besonders beachtlich.
Diese elegante Vase ist ein hervorragendes Beispiel für den übersprudelnden künstlerischen Einfallsreichtum, der seine Inspiration aus den verschiedensten Zivilisationen schöpft. Diese Vase gilt als einer der ersten Versuche, einen japanischen Gegenstand dem Geschmack des westlichen Publikums anzupassen.




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