Georges Pannier
Vase

Vase
Georges Pannier (1853-1944), Henry Pannier (1853-1935)
Vase
1890
Kristall in drei Schichten, vergoldete und versilberte Bronze
H. 42,3; B. 35 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Vase


Ab 1870 spezialisierten sich die Pariser Marchands-Éditeurs auf japanisch und chinesisch inspirierte Keramiken, Kunstgegenstände aus Glas, Zierbronzen und Fantasiemöbel. Diese Vorliebe für Exotik wurde durch die Pariser Weltausstellung, die 1867 auf dem Champs de Mars stattfand, begünstigt. Sie führte zur Produktion von Luxusobjekten, die an die Kunstgegenstände der Marchands-Merciers des 18. Jahrhunderts erinnerten. Letztere importierten Kunstgegenstände und passten sie bisweilen dem Geschmack der Kunden an.
Die Marchands-Éditeurs des ausgehenden 19. Jahrhunderts wenden sich nur zögernd und vereinzelt dem Art Nouveau zu. Und selbst dann verkaufen sie nur ganz exklusive Objekte wie zum Beispiel Vasen von Gallé oder Tiffany, die sie mit prächtigen Fassungen aus vergoldeter Bronze verzieren.

Die Brüder Pannier sind die Eigentümer von L’Escalier de Cristal, einem renommierten Pariser Luxusgeschäft. Für diese Ziervase planten sie schon beim Entwurf des Objekts, den Art Nouveau mit einem üppigen Dekor zu verknüpfen. Die Verbindung floraler Ornamente mit symbolhaften Schlangenmotiven und einem Medusengesicht mutet sonderbar an. Auch die geschwungene Form der Stiele und Blütenblätter sowie der Medusenhaare und die Schlangen verweisen auf den Einfluss des Art Nouveau. Das Ensemble zeugt von dem ungewöhnlichen Streben nach „Moderne”.




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