Edmond Lachenal
Vase mit drei Henkeln

Vase mit drei Henkeln
Emile Gallé (1846-1904)
Vase mit drei Henkeln
Um 1900
Fayence
H. 24,5; D. 25,7 cm
© DR - Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Vase mit drei Henkeln
Vase mit drei Henkeln

Vase à trois anses [Vase mit drei Henkeln]


Der Zeichner, Maler und Bildhauer Edmond Lachenal war zunächst ein bemerkenswerter Keramiker. Er ist zehn Jahre in der Werkstatt von Théodore Deck beschäftigt, wo er recht bald die Leitung übernimmt, bevor er im Jahre 1880 in einem Vorort von Paris seine eigene Werkstatt gründet. Zunächst kreiert er Gegenstände im Stile der Iznik-Keramik, ab 1890 widmet er sich dann dem Umgang mit Steingut und geflammten Steingut. Dabei bleibt er stets seiner Vorliebe für Formen und Dekor des japanisierenden Stils treu. Kurz darauf tauscht Lachenal im Jahre 1900 die Keramik gegen die Schauspielerei ein. 1904 überlässt er seiner Frau und seinem Sohn Raoul die Werkstatt. Er spielt Theater zusammen mit Sarah Bernhardt, mit der er angeblich eine Affäre gehabt haben soll. 1913 heiratet er erneut und widmet sich zu diesem Zeitpunkt dann der Staffel- und Pastellmalerei.

Die Farbe dieser Vase stimmt mit dem berühmten „Deck Blau“ nur annähernd überein, da es sich dabei um ein noch helleres und leuchtenderes Türkis handelte, welches man als elektrisch bezeichnete. Trotzdem lässt sich an dieser Vase der Einfluss der Ausbildung Lachenals in der Werkstatt Théodore Decks festmachen.
Gemäß eines von Deck entwickelten Verfahrens wird mittels eines transparenten Überzugs die Form der Vase durch dunkel schattierte Hohlräume verschönert. Die Vase sieht aus, als sei sie von jener Lederhülle umgeben, wie sie henkellose antike Amphoren hatten, um den Transport zu erleichtern. Die fließenden Linien, die kleinen, am Hals befestigten Henkel und vor allem die den Bauch umschließenden ungewöhnlichen Seitengriffe lassen auf ein Werk der 1990er Jahre schließen.




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