Firme Michelsen
Becherförmige Vase

Becherförmige Vase
Firma Michelsen
Becherförmige Vase
1908
Silber, teilweise vergoldet, ziseliert und getrieben
H. 15,8 cm
© photo musée d'Orsay

Vase en forme de gobelet [Becherförmige Vase]


Die in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Firmen Michelsen und Jensen sind die größten dänischen Manufakturen. Ihnen verdankt die skandinavische Goldschmiedekunst ihr großes Ansehen in den Jahren 1920-1960.
Bis 1870 zeichnet sich die Produktion von Michelsen hauptsächlich durch ihre neoklassizistischen Kreationen aus. Dann verbreitet die Manufaktur den „Drachen-“ oder „Wikingstil“. Dieser Stil, der auf das schon in der Romantik wiedererwachte Interesse für die nordische Mythologie zurückgeht, führt zum Aufleben des skandinavischen Kunsthandwerks. Der „Wikingstil“ weist in jedem Land andere Charakteristika auf. In Schweden setzt er sich zwar nie wirklich durch, doch sowohl in Norwegen als auch in Finnland kommt ihm eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer nationalen Identität zu. In Dänemark wird er nicht für politische Zwecke eingesetzt. Er führt hingegen insbesondere in der Schmuckherstellung und der Goldschmiedekunst zur Kreation zahlreicher Gegenstände.

Diese kleine Vase illustriert vorzüglich, wie Michelsen das Repertoire des „Neowikingstils“ in Verbindung mit dem Japonismus einsetzt. Das stark stilisierte Motiv des Meeres behandelt er flächig, es fehlt jegliche Perspektive. Die fließenden Linien und Voluten, die das Objekt in einer kreisförmigen Bewegung durchziehen, sind kennzeichnend für den Jugendstil.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter