Niels Hansen Jacobsen
Krug

Krug
Niels Hansen Jacobsen (1861-1941)
Krug
1903
Steinzeug, emailliert, gedreht und modelliert
H. 16; B. 20,1 cm
© ADAGP – RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Krug
Krug (Ausschnitt)

Pot [Krug]


Dieser Krug entstand um die Jahrhundertwende, als sich die Grenzen zwischen den verschiedenen Künsten auflösten und sich Maler und Bildhauer der angewandten Kunst widmeten. Er ist das Werk von Niels Hansen Jacobsen, einem dänischen Bildhauer, der von 1891 bis 1903 in Paris tätig war. Während dieser Zeit wendet er sich der Keramikkunst zu. Seine persönlichen Recherchen ergänzt er durch Anregungen französischer Künstler.
In technischer Hinsicht ist Hansen Jacobsens Steinzeug in der Nachfolge Carriès' anzusiedeln. Seine Farbtöne sind so zart und subtil, dass sie sich deutlich von der nüchternen, „männlicheren” Palette eines Delaherche beispielsweise unterscheiden. Das Email fühlt sich erstaunlich weich an. Seine Formen sind ganz unverkennbar und sie verwirren die französischen Kritiker, die ihm seine nicht klar umrissenen Konturen zum Vorwurf machen. Seine Farbgebung hingegen findet großen Anklang.
Dieses Stück wurde nur teilweise auf der Töpferscheibe geformt. Anschließend wurde es von Hand überarbeitet und es wurde ein knorriger Henkel angebracht, der einem Ast nachempfunden ist. Hansen Jacobsen ging es darum, der Materie biomorphe Formen zu verleihen, die das organische Leben und seine beständigen Veränderungen wiedergeben. Auch die beeindruckenden Bronzeskulpturen des Künstlers sind Ausdruck dieses Bestrebens. Sie stellen unbestimmte, oftmals unheilbringende Wesen dar, die sich gleich einer Wolke oder Nebelschwade bewegen.




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