Emile Gallé
Vase mit Orchideendekor

Vase mit Orchideendekor in Hochrelief
Emile Gallé (1846-1904)
Vase mit Orchideendekor in Hochrelief
Um 1884
Fayence, Barbotinetechnik, bei hoher Temperatur gebrannter polychromer Dekor, durchsichtige Unterglasurmalerei
H. 25,7; B. 15,1 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Vase mit Orchideendekor in Hochrelief
Vase mit Orchideendekor in Hochrelief
Vase mit Orchideendekor in Hochrelief

Vase à décor d'orchidées en haut-relief [Vase mit Orchideendekor in Hochrelief]


Diese Vase besticht durch ihre Technik, ihren Dekor und ihre Farben. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Werken, deren berühmtestes Stück eine große muschelförmige Schale ist (Musée Ariana, Genf). Die Orchideen der beiden Modelle sind zwar identisch, doch im Gegensatz zu der Schale steht die Vase nicht in der künstlerischen Tradition des Abendlandes. Das kegelstumpfförmige Profil und die verbeult wirkende Oberfläche erinnern eher an die Kreationen des Fernen Ostens.

Ganz offensichtlich interpretiert Gallé hier Blumen, die er schon gesehen hat. Man kann keine bestimmte Orchideenart ausmachen. Diese Feststellung ist interessant, denn der Künstler wird häufig als ein gewissenhafter Botaniker dargestellt, der die Physiologie der Pflanzen genauestens wiedergeben will. Bei der Ausführung des Werks nimmt er sich glücklicherweise einige Freiheiten heraus. Vielleicht dauerte es auch eine gewisse Zeit bis er seinen visuellen Eindruck umsetzte. 1900 erwähnt der Künstler, dass er sich nun seit „fünfunddreißig Jahren für Orchideen interessiert”, doch Gallé stellt erst 1884 auf der 8. Ausstellung der Union centrale des arts décoratifs drei Keramiken mit Orchideendekor aus. Diese Vase und die dazugehörige Werkgruppe sind ungefähr zu diesem Zeitpunkt entstanden. Die Arbeiten künden die prächtigen Glasarbeiten an, mit denen Gallés Kunst um 1900 ihren Höhepunkt erreichen wird.




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