Louis Majorelle
Vitrine „Orchideen“

Vitrine „Orchideen“
Louis Majorelle (1859-1926)
Vitrine „Orchideen“
Modell aus dem Jahre 1905
Mahagoni massiv, Zierleisten, Mahagonifurnier, Bronze, ziseliert und vergoldet
H. 219; B.139; T. 58 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Vitrine „Orchideen“
Vitrine „Orchideen“

Vitrine "Orchidées"[Vitrine „Orchideen“]


Dieses Exemplar ist kennzeichnend für die stilistischen Orientierungen, mit denen sich Majorelle sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum allgemeine Anerkennung verschaffte und er galt so dann als der typische Repräsentant der „modernen“ französischen Möbelkunst seiner Zeit.
Dieses Modell steht für die Stilrichtung, die der Künstler am Vorabend der Pariser Weltausstellung von 1900 einschlägt. Er entzieht sich so langsam dem Einfluss Gallés, mit dessen Hilfe er sich von vergangenen Stilen mittels der Studie an pflanzlichen Vorbildern abwendet hatte. Als dann legt er größeren Wert auf die Struktur und schränkt die Bedeutung des Zierwerks ein, dessen naturalistischer Charakter jedoch erhalten bleibt. Die Pflanzen sind leicht identifizierbar und dienen der Benennung der Modelle.

Bei dieser großen, halbkreisförmigen, mit vergoldeter Bronze verzierten Vitrine mit Orchideenmotiv handelt es sich um ein von Majorelle geschaffenes Luxusmöbelstück. Luxuriös jedoch nicht aufgrund der vergoldeten Bronze oder des herrlichen und warmen Mahagoniholzes, sondern aufgrund der eleganten Nüchternheit der architektonischen Linien, die sich niemals in einer übertriebenen Geschmeidigkeit verlieren. Hier herrscht Tradition, vor allem die des 15. Jahrhunderts, wie sie an der vergoldeten Holzbemalung deutlich wird und auf die sich Majorelle, der einige Zeit die von seinem Vater Auguste eingeschlagene Stilrichtung verfolgte und dessen Nachfolge er 1879 antrat, schon seit langem spezialisiert hatte.




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