Keller Frères
Wein- oder Wasserkrug

Wein- oder Wasserkrug
Keller Frères
Wein- oder Wasserkrug
Um 1900
Silber, gehämmert, Vermeilspuren, angesetzter Henkel
H. 31,7; B. 18 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Broc à vin ou à eau [Wein- oder Wasserkrug]


Während der Blütezeit der Art Nouveau spielt die allegorische oder naturalistische Ornamentik in der Luxusproduktion noch eine wichtige Rolle. Auf der Weltausstellung 1900 wetteifern die Goldschmiedekünstler miteinander. Sie verstehen es meisterhaft, dieser üppigen Symbolik in getriebenem, geschmolzenem oder ziseliertem Silber Ausdruck zu verleihen. Mehrere Kreationen der Brüder Keller bestechen durch ihre kühne, strenge Form, darunter insbesondere eine Reihe von Wein- und Wasserkrügen aus gehämmertem weißem oder vergoldetem Silber. Manche zeichnen sich durch robuste, eckige Formen aus, andere wiederum, wie dieses Modell, durch ihre fließende Linienführung. Roger Marx schreibt voller Begeisterung über diese Gegenstände „eine Goldschmiedekunst ohne Relief und Ziselierung, Goldeschmiedearbeiten, die sich durch ihre Geschlossenheit, ihre Linienführung, ihre runden Formen, ihr Profil auszeichnen”.

Die Werke sind ohnegleichen in der zeitgenössischen Pariser Goldschmiedekunst. Diese einfachen Objekte, bei denen es sich ohne weiteres um Prototypen des Industriedesigns handeln könnte, sind Einzelstücke, die noch in einem rein handwerklichen Verfahren hergestellt wurden.




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