Ville Vallgren
Christus

Christus
Ville Vallgren (1855-1940)
Christus
Um 1889
Gips, patiniert
H. 71,3; B. 62; T. 23 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Christ [Christus]


Von 1889 bis 1901 präsentiert der Finne Vallgren seinen Christus in verschiedenen Materialien und in zahlreichen Varianten. Der Gips des Musée d'Orsay wurde vermutlich 1893 auf der Münchner Secession und 1895 auf der Libre Esthétique in Brüssel ausgestellt.

Anlässlich der ersten Präsentation eines der Christus Exemplare auf der Weltausstellung von 1889 zieht das Werk die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich. Gabriel Hanotaux schreibt unter dem Pseudonym Chardin: „Ein Christuskopf in Relief, gerade so groß wie zwei Hände, doch so kraftvoll, sanft, ausdrucksstark, dass er mich sofort begeisterte. Ich habe lange versucht, das Geheimnis um diesen außergewöhnlichen Blick, dieses zarte Lächeln, diesen mystischen Ausdruck, der durch die halb geschlossenen Augen dringt, zu ergründen”. Der Kommentar ist sichtlich von der Ästhetik der Symbolisten geprägt, der die religiösen und elegischen Werke Vallgrens zugeordnet werden können.

Der Schellackbelag, mit der die gesamte Oberfläche bestrichen wurde, um das Werk im Falle eines Abgusses zu schützen, verleiht dem Gips seine dunkel-beige Farbtönung. Doch es ist bekannt, dass Vallgren Polychromie mochte. Mehrere seiner Werke – wie beispielsweise Der Schmerz, das auch im Musée d'Orsay aufbewahrt wird – zeugen davon, wie sehr er sich um eine subtile Patina bemühte, die übrigens von Kunstliebhabern und Kritikern sehr geschätzt wurde.




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