Charles René de Saint-Marceaux
Das Geheimnis des Grabes hütender Genius

Das Geheimnis des Grabes hütender Genius
René de Saint-Marceaux
Das Geheimnis des Grabes hütender Genius
1879
Marmorstatue
H. 168; B. 95; T. 119 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR


Genius das Geheimnis des Grabes hütend

Génie gardant le secret de la tombe [Das Geheimnis des Grabes hütender Genius]


Das Geheimnis des Grabes hütender Genius enstand im Anschluss an die zweite Italienreise des Künstlers am Anfang der 1870er Jahre. Es zeugt von Saint-Marceaux’ Begeisterung für Italien und seiner Bewunderung für Michelangelo und die florentinischen Renaissance. Sein Genius wurde direkt von den männlichen Figuren der Sixtinischen Kapelle inspiriert. Der Körper wirkt in sich geschlossen, weist indes die für die Renaissance charakteristische Torsion auf. Saint-Marceaux gelingt es mittels einfacher Linienführung und dank der Anordnung der Gliedmaßen, die Drehbewegung der Skulptur herauszuarbeiten. Die Figur umfasst die Graburne mit herausfordernder Miene. Der im Wind wehende Schleier bildet einen Kontrast zu dem nackten Körper und betont die im Schatten befindlichen Volumina.

Diese meisterhafte Komposition, die durch ihren kraftvollen Ausdruck und ihre großzügige Gestaltung besticht, bringt dem Bildhauer 1879 die Ehrenmedaille ein. Das Bild wurde durch Druckgrafiken so bekannt, dass es während der Dreyfus-Affäre eingesetzt wurde, um den Fälscher und Antisemiten, der für die Verurteilung des Kapitäns verantwortlich war, anzuprangern. In einer Karikatur mit dem Titel „Das Geheimnis des Generalstabs hütender Oberst Henry“ sieht man wie ein Soldat in einer dem Genius von Saint-Marceaux ähnlichen Haltung ängstlich die Urne vor den von der Armee angefertigten Falsifikaten schützt.




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