Antonin Mercié
David

David
Antonin Mercié (1854-1916)
David
Um 1872
Statue aus Bronze
H. 184,1; B. 76,8; T. 83,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

David


Mit dem Krieg 1870 und der daraus folgenden Niederlage breitet sich in der französischen Gesellschaft ein Gefühl von Erniedrigung und der Wunsch nach Rache aus. Der David drückt die Einstellung aus, dass Frankreich eines Tages trotz seiner Schwäche den preußischen Goliath niederschlagen wird, wie der junge Hirte aus Israel, der mit einer Schleuder den Riesen erschlug. Die Skulptur ist unmittelbar von Erfolg gekrönt: Für das in Rom, wo der Künstler seine Ausbildung vollendete, angefertigte Gipsmodell wird er in die Ehrenlegion aufgenommen und 1872 gibt der Staat die Bronzestatue in Auftrag, die schon 1874 in das Musée du Luxembourg – das Museum der lebenden Künstler - aufgenommen wird. Die Skulptur gehört zu den meist veröffentlichten Bikdern aller bekannten Zeitungen, es erregt so große Bewunderung, dass es von der Gießerei Barbedienne in kleinem Format in sechs verschiedenen Größen angefertigt wird.

Um 1870 verkörpert Antonin Mercié die aufstrebende französische Bildhauergeneration, die im Rahmen der klassischen Lehre den Skulpturen eine bewegendere Dimension verleihen will. Er greift auf die großen Modelle der florentinischen Renaissance zurück, um virtuosen Aufbau mit kraftvoller Formgebung zu vereinen: daher rühren die ausladenden, schönen Linien des Arms, die sich in der Bewegung des Schwerts, des gebeugten Beins fortsetzen sowie die anmutige Bewegung Davids, die den Betrachter einlädt, um die Figur herumzugehen. Mercié fand zu einem eigenständigen Weg zwischen modernem Klassizismus und eindeutigem Realismus.




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