Constantin Meunier
Hafenarbeiter von Antwerpen

Hafenarbeiter von Antwerpen
Constantin Meunier (1831-1905)
Hafenarbeiter von Antwerpen
1890
Bronzestatuette
H. 48,3; B. 23,5; T. 18,8 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda


Hafenarbeiter von Antwerpen

Débardeur du port d'Anvers [Hafenarbeiter von Antwerpen]


Die Hafenarbeiter beladen und entladen die Schiffe. Heutzutage sind sie als Dockers bezeichnet. Meuniers Hafenarbeiter von Antwerpen gleitet zwar nicht in Miserabilismus ab, doch die Skulptur wurde zum Archetypus der Entfremdung des Individuums durch Arbeit. 1885 wird auf dem Salon des XX in Brüssel eine erste Version aus Wachs ausgestellt. Als die großformatige Gipsfigur 1889 auf dem Salon de la Société nationale des Beaux-arts in Paris präsentiert wird, schreibt die Kritik begeistert: „... in keiner anderen Figur steckt soviel ergreifende Tragik, Energie, Unterdrückung, Leid und Resignation”.
In politischer Hinsicht ist das Gegenstück zu Meuniers Hafenarbeiter der Bauer von Dalou. Die beiden Künstler verkörpern eine Richtung, die man kurz darauf als „soziale Bildhauerei” bezeichnen wird. Doch im Gegensatz zu Dalou zeichnet sich Meuniers Kunst durch ihren synthetischen Ansatz aus. Er illustriert die gesellschaftliche Funktion seines Modells nicht anhand von Details. Die Figur steht breitbeinig da, die Aufteilung ist klar zu erkennen.

Der französische Staat erwirbt dieses Bronzeexemplar 1890. In Belgien wird ein lebensgroßer Hafenarbeiter auf dem Platz in Antwerpen aufgestellt. Er ist zum Symbol der Stadt geworden. Nach 1893 werden Verkleinerungen in Bronze in verschiedenen Größen gegossen und auch eine Büste, die natürlich Antwerpen heißt.




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