Georges Lacombe
Die Existenz

Die Existenz
Georges Lacombe (1868-1916)
Die Existenz
Zwischen 1894 und 1896
Flachrelief aus Nussbaumholz
H. 68,5; B. 41,5; T. 6 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Christian Jean


Die Gebucht
Die Existenz

L'Existence [Die Existenz]


In der Malergruppe der Nabis ist Lacombe der „Nabi-Bildhauer“. Er hat eine Vorliebe für das direkte Schnitzen in Holz und sein Werk ist stark von der Kunst Gauguins geprägt. Die Existenz gehört zu einer Serie von vier Holztafeln, die ursprünglich die vier Seiten eines Bettrahmens bildeten. Lacombe hatte dieses Bett zwischen 1894-1896 für sein Atelier in Versailles gebaut, das er „Ergasterion der Nabis“, (Ergasterion; griech. Werkstätte) nannte. Auf den Längsseiten sind zwei Paare abgebildet, zu Beginn und am Ende ihres Ehelebens, Die Liebe und Der Tod; am Fußende steht Die Geburt, und am Kopfende befindet sich die esoterischste der vier Darstellungen, Die Existenz. Darauf ist eine lange Schlange abgebildet, die sich in den Schwanz beißt: Sie symbolisiert die Lebensenergie. Die Schleifen ihres Körpers bilden zwei Augen. Außerdem sieht man zwei Nasen und zwei Münder, in denen sich sowohl das Profil eines sich küssenden Liebespaars, als auch das nach vorn blickende Gesicht eines Afrikaners erkennen lässt. Links sieht man ein weibliches Geschlechtsorgan, das wie ein großes geriffeltes Blatt dargestellt ist. Aus den Ecken strömen Spermien.
Trotz stilisierter Formen, handelt es sich um eine sehr schonungslose Darstellung. Dieses Urteil trifft auch auf Die Geburt zu: Der Kopf des Neugeborenen wird vom Geburtshelfer aus dem Mutterleib gezogen. Selbstverständlich sind die vier Tafeln der Öffentlichkeit der damaligen Zeit vorenthalten worden, diese wäre zutiefst schockiert gewesen! Die Tafeln sind bis zu ihrer Aufnahme ins Museum im Jahre 1956 in der Familie des Künstlers geblieben.




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