Paul Troubetzkoy
Frau Aurnheimer

Frau Adelaide Aurnheimer oder Dopo il ballo (Nach dem Ball)
Paul Troubetzkoy (1866-1938)
Frau Adelaide Aurnheimer oder Dopo il ballo (Nach dem Ball)
1898
Bronze
H. 53; B. 66,8 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Frau Adelaide Aurnheimer oder Dopo il ballo (Nach dem Ball)

Madame Adelaide Aurnheimer, ou Dopo il ballo (Après le bal) [Frau Adelaide Aurnheimer oder Dopo il ballo (Nach dem Ball)]


Die 1873 in Dresden geborene Adelaide Ratsch war mit dem deutschen Kaufmann Carlo Federico Aurnheimer verheiratet. In den 1880er Jahren zieht das Paar nach Mailand und zählt zu den bedeutendsten Mäzenen der Famiglia artistica milanese, einer im Jahre 1873 gegründeten Kunstgalerie, die Nachwuchskünstler fördert. Sie gehört der avantgardistischen künstlerischen und literarischen Bewegung „Scapigliatura“ an.

Anlässlich des Karnevals im Jahre 1897 veranstaltet die Famiglia artistica einen großen Maskenball im lyrischen Theater der Stadt. Im Rahmen dieses Ereignisses findet auch ein Eleganzwettbewerb statt. Bei dem ersten Preis handelt es sich um eine von dem italienischen Künstler Paolo Troubetzkoy angefertigten Porträtskulptur der Gewinnerin Adélaide Aurnheimer in dem Kostüm der Manon Lescaut, der Heldin des gleichnamigen Romans von Antoine-François Prévost, der 1731 einen Skandal auslöste und der Giacomo Puccini 1893 in Turin zu seinem ersten großen Opernerfolg verhalf.

Die Anwesenheit Troubetzkoys auf dieser mondänen Veranstaltung hat nichts Überraschendes. Der Aristokrat hatte eine Vorliebe für Modelle aus der vornehmen Gesellschaft und aus der Kulturwelt. Mit dieser Art sitzender oder stehender Figuren kennt der seit 1905 in Paris lebende Troubetzkoy einen gewaltigen Erfolg. Diese Bronzeskulptur wurde von dem Musée du Luxembourg erworben.

Die kraftvolle Technik des Bildhauers klingt in der leichten Bewegung des Kleides an. Die Skulptur scheint in einem fließenden Bewegungsstrom entstanden zu sein.




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