Victor Ségoffin
Heiliger Tanz

Heiliger Tanz
Victor Ségoffin (1867-1925)
Heiliger Tanz
1905
Marmorstatue
H. 250; B. 140; T. 80 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Danse sacrée [Heiliger Tanz]


Die Gewalt der Bewegung vereint sich, in Victor Ségoffins Heiligem Tanz mit einer fast bis zum Exzess vereinfachten Konstruktion. Die Figur folgt, ohne jede Geschmeidigkeit, einer Diagonalen, welche noch durch den Schwung des Schals unterstrichen wird. Der unnahbare Gesichtsausdruck erinnert an eine primitive Zivilisation, das rhythmische Skandieren des Tanzes erhält eine Art in Marmor gehauenes Äquivalent. Der Stein selbst scheint lebhaft und kraftvoll bearbeitet worden zu sein, so dass die Bewegung des Stoffes wie stürmische Wellen in ihm nachschwingt.

Das Werk ist mustergültig für den von Ségoffin gewählten Weg. Er kombiniert auf kraftvolle Weise die Tradition der Komposition und eine moderne, virtuose und spontane Art, mit dem Marmor umzugehen. Daraus entsteht eine sehr barocke Interpretation der Bewegung - die Körper sind entweder völlig gedehnt, oder bis zur Starre zusammengezogen - welche sicher auch der Gestik des Theaters und des Dramas viel zu verdanken hat.

Diese schöpferische Phase kommt gerade mit dem 1903 für den Elyseepalast geschaffenen Heiligen Tanz und seinem Gegenstück, dem Profanen Tanz zu ihrer vollen Entfaltung. Sein großzügiger und weitläufiger Stil brachte Ségoffin bedeutende Bestellungen für das Pantheon und den Jardin du Luxembourg ein.




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