Emile-Antoine Bourdelle
Herakles der Bogenschütze

Herakles tötet die stymphalischen Vögel
Emile-Antoine Bourdelle (1861-1929)
Herakles tötet die stymphalischen Vögel
1909
Bronzestatue, vergoldet
H. 248; B. 247; T. 123 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Héraklès tue les oiseaux du lac Stymphale [Herakles tötet die stymphalischen Vögel]


Bourdelle beginnt seine Ausbildung in Montaubon und setzt sie in Toulouse fort. Anschließend arbeitet er als Rodins Assistent. Die beiden Männer bewundern und schätzen einander sehr, auch wenn Bourdelles synthetischer Ansatz sowie sein Aufbau in Ebenen bald von Rodins analytischer Formgebung abweichen wird.

Ab 1905 bemüht sich Bourdelle um einfache Linien. „Beherrschen, erhalten, meistern, dies ist die Reihenfolge der Baumeister“, wiederholte er stets seinen Schülern. Er entnimmt den Großteil seiner Themen der Mythologie, wie beispielsweise Herakles der Bogenschütze, was ihm die Möglichkeit gibt, seine Studien in großem Maßstab umzusetzen. Nach seinen eigenen Worten wollte er mit Appollo „meine reinste Vision schaffen, fern von vergangenen Versuchen, und ich verlieh der Form jenseits von Blut, Knochen, Knorpel und Muskeln die Struktur der Stärke“.

Der Sieg des Helden über die Monster, und Bourdelles Sieg über seine ungestüme Inspiration, das Werk besticht durch seine Spannung und die ausgewogene Gestaltung. Die Dynamik entsteht durch das Spiel zwischen Fülle und Leere, roher Gewalt und Ausgewogenheit. Von dem Akt geht Stärke, unbändige Nervosität aus, die gegensätzlichen Anspannungen reißen ihn auseinander: der den Bogen spannende Arm und der gegen den Felsen gestützte Fuß. Die primitive griechische Skulptur und die romanische Kunst – mandelförmige Augen, die Nase als Verlängerung der Stirn, hervortretende Backenknochen und Augenbrauenbögen – wird als eine Art Katalysator der Moderne eingesetzt.




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