Henry Cros
Jeannine Dumas

Jeannine Dumas
Henry Cros (1840-1907)
Jeannine Dumas
1872
Wachs, polychrom und vergoldet
H. 12; B. 11,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Jeannine Dumas

Jeannine Dumas


Das Werk von Henri Cros, dem Bruder des Dichters Charles Cros, umfasst vor allem Fantasieporträts oder retrospektive Bildnisse, Porträts von Zeitgenossen sind relativ selten. Bei diesem hier handelt es sich um einen Auftrag für den Sohn von Alexandre Dumas, den ersten Mäzen des Bildhauers, der ab 1869 seine Recherchen zu polychromem Wachs unterstützte.
Als 1867 Dumas' erste Tochter zur Welt kommt, nennt er sie Jeannine wie die Heldin eines seiner Stücke, Les Idées de Madame Aubray, das im selben Jahr entstanden ist.
Das Mädchen ist reizend und Goncourt zufolge sowohl klug als auch schelmisch, so dass ihr Vater bald vergisst, dass er sich eigentlich einen Jungen wünschte und sie bald zu seinem Liebling wird.

Dieses unscheinbare, kleine Medaillon entzückt das Publikum des Salons von 1872. In einem Artikel in La Renaissance littéraire et artistique schreibt Jean Aicard: „Dieses Wachsmedaillon ist geheimnisvoll und faszinierend. Malerei und Bildhauerei verschmelzen hier miteinander. Wie geschickt der Künstler die Farbabstufungen, die einzelnen Farben in einem solch glatten, flüchtigen Material aufeinander abstimmte! Diese Substanz, die weder mineralisch noch pflanzlich ist, wirkt so befremdend. Sie [...] soll etwas Lebendiges, eine Erinnerung an das Licht bewahren! Darin liegt gewiss für Henry Cros die Bedeutung seiner Wachsskulpturen”.




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