David d'Angers
Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe
David d'Angers (1788-1856)
Johann Wolfgang von Goethe
Zwischen 1829 und 1831
Kolossaler Kopf aus Gips
H. 83; B. 58; T. 51 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Johann Wolfgang von Goethe


Die romantische Skulptur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde von den drei Bildhauern David, Rude und Préault geprägt. David propagierte insbesondere die moralische Bedeutung der Skulptur und die Verherrlichung großer Männer. Der zurückhaltende Künstler hielt sich vom gesellschaftlichen Leben fern, pflegte indes seine internationalen Kontakte: Er besuchte Goethe in Weimar und schuf 1829 seine Büste.

Für David bestanden die göttliche Rolle der Skulptur und das heilige Amt des Bildhauers vor allem darin, das Andenken großer Männer in Stein zu verewigen. Das Schaffen des Künstlers wurde von der Faszination für das Porträt und den „inneren Menschen“ beherrscht: er selbst sprach diesbezüglich von Besessenheit. Es gelang ihm, sich ganz auf das Gesicht des großen deutschen Philosophen zu konzentrieren und die wesentlichen Züge seiner Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen; er vernachlässigt Gestus und Kleidung und stellt nur den Kopf dar, der „allein gleich einem Stern glänzt“, die tiefen Furchen auf der Stirn bilden einen Kontrast zu den gewaltigen Proportionen des markanten Schädels. Wie alle Porträtisten seiner Epoche begeisterte sich David für die Phrenologie, die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, die den Charakter eines Individuums von seiner Schädelform ableitete. Er versuchte, das „Licht des menschlichen Gehirns... die ewige Fackel, die längst vergangene Zeiten erhellte/ beleuchtete, zu erreichen; ich möchte, dass der Künstler diese durch die Form materialisierte Idee in seinem Werk ausdrückt. Dies ist die Schrift der Unsterblichkeit“.

In diesem Sinne schuf er mit seinen Medaillons und Büsten ein regelrechtes Panorama der großen Intellektuellen seiner Zeit. Insgesamt sind uns über 500 Medaillons erhalten.




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