Ernest Barrias
Die Nubier

Die Nubier auch Die Alligatorenjäger genannt
Ernest Barrias (1841-1905)
Die Nubier auch Die Alligatorenjäger genannt
1894
Hochrelief aus Gips
H.580 ; B. 280 ; T.100 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Daniel Arnaudet

Les Nubiens dit aussi Les chasseurs d'Alligators [Die Nubier oder Die Alligatorenjäger]


Das Hochrelief war wie auch die auf der Rückseite befindliche Adlerjagd von Jules Coutan für die Fassade der anthropologischen Galerie des Museum (Naturkundemuseum) in Paris bestimmt. Die endgültige Version aus Bronze ist immer noch in der Rue Buffon zu sehen. Es ging darum, die „menschlichen Rassen“ darzustellen und Barrias entschied sich für Figuren des „afrikanischen Typs“. Das Werk steht in der Tradition der ethnografischen Skulpturen, die Charles Cordier vor mehr als dreißig Jahren schuf.

Er stellt Einzelheiten von Tier und Pflanzen wie beispielsweise die Schuppen des Reptils oder die Stacheln der Kakteen mit naturalistischer Genauigkeit dar. Die Inszenierung der Figuren jedoch lassen an die damaligen „menschlichen Zoos“ denken. Der Bildhauer erinnert sich an eine Attraktion, die 1878 im Jardin d’acclimatation (zoologischer Garten in Paris) großen Erfolg hatte: mit Lendenschurz bekleidete Nubier mimten Jagdszenen. Die Atmosphäre ist spannungsgeladen: Wird der mit einem Assagai bewaffnete Mann die Frau vor dem Alligator retten? Werden die Kinder verschont bleiben? Diese Darstellung, die das Imaginäre der Naturvölker mit den Lebensweisen der Völker vermischt, die im Laufe der kolonialen Expeditionen entdeckt worden waren, entspricht den damals üblichen Bildern.




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