Frédéric-Auguste Bartholdi
Freiheit

Freiheit
Frédéric-Auguste Bartholdi (1834-1904)
Freiheit
Um 1889
Bronze
H. 287; B. 105; T. 75 cm
© Musée d'Orsay / Alexis Brandt

Liberté [Freiheit]


Die monumentale Freiheitsstatue, Die Freiheit erleuchtet die Welt, ist ein Geschenk des französischen Volks an Amerika anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten im Jahr 1876. Sie gilt als eine der Ikonen der französischen Bildhauerei des 19. Jahrhunderts und genießt weltweite Berühmtheit. Das republikanische Denkmal, das die amerikanisch-französische Freundschaft besiegelt, geht auf Edouard Lefebvre de Laboulaye, einen ehemaligen Gegner des Zweiten Kaiserreichs, der 1871 zum Abgeordneten gewählt wurde, und auf den in Colmar gebürtigen talentierten Bildhauer Bartholdi zurück.
Eigentlich hatte Bartholdi schon zwischen 1867 und 1869 geplant, anlässlich des Ausbaus des Suezkanals einen Leuchtturm in Frauengestalt zu errichten. Als Vorbild dient ihm der Koloss von Rhodos, mit dessen Rekonstruktion sich die Archäologen jener Zeit beschäftigten. Das Projekt wird nicht zu Ende geführt, inspiriert jedoch Bartholi zu seinen ersten Entwürfen zur Freiheitsstatue

Er greift auf die klassische Ikonografie der griechisch-römischen Antike und des europäischen Neoklassizismus zurück. Um den ungeheuren Ausmaßen der Figur gerecht zu werden, hält er die Silhouette einfach, streng und kompakt. Die Attribute dagegen zeichnen sich durch ihre Ausdrucksstärke aus: eine Fackel als Sinnbild für das Licht, eine Gesetzestafel und eine zerrissene Kette, die das Ende der Sklaverei symbolisiert. Zu dem Strahlenkranz inspiriert ihn die monumentale Figur Die Religion, die Canova für das Grabmal von Papst Clemens XIII. in Rom ausgeführt hatte (1787-1792). Bartholdis Statue verkörpert die Werte, die, in der mehrheitlich von Monarchien beherrschten westlichen Welt, den beiden Republiken dies- und jenseits des Atlantiks gemein sind. Gustave Eiffel ist für die Metallstruktur zuständig.
Zwischen 1884/85 erhebt sich allmählich die Statue, die im Atelier in der Rue de Chazelles im 17. Arrondissement gebaut wird, über den Häusern von Paris. Die Einweihung findet am 28. Oktober 1886 im Hafen von New York statt.

Dieses verkleinerte Modell wird zu Lebzeiten des Künstlers im September 1900 vom Staat für das Musée du Luxembourg in Paris erworben. Dort steht die Statue bis 1906, dann wird sie auf Anregung der Witwe des Bildhauers im Jardin du Luxembourg aufgestellt. Hier bleibt sie, bis sie nach über hundert Jahren dem Musée d’Orsay, dem legitimen Nachfolger des Musée du Luxembourg, übergeben wird.




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