Benjamin Spence
Engelsgeflüster

Engelsgeflüster
Benjamin Spence (1822-1866)
Engelsgeflüster
Gegen 1857
Marmorgruppe
H. 68; B. 72; T. 63 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Engelsgeflüster
Engelsgeflüster
Engelsgeflüster

Le murmure de l'ange [Engelsgeflüster]


Die Skulptur Engelsgeflüster bezieht sich auf ein Gedicht von Samuel Lover, das folgenden irischen Glauben erzählt: Wenn ein Kleinkind im Schlaf lächelt, dann spricht es mit einem Engel.
Der Bildhauer Spence ist ein Nacheiferer des Neoklassizismus: Er lebt und arbeitet in Rom an der Seite des größten englischen Bildhauers dieser Zeit, John Gibson. Von ihm übernimmt er die Körpergestaltung und die Präzision der Volumen, die das Licht umhüllt, ohne Unebenheiten zu begegnen. Aber er mildert die strengen Aspekte seines Meisters durch eine gewisse Sentimentalität und sucht seine Anregungen nicht in der griechischen Mythologie, sondern bei Shakespeare, in der Bibel oder – wie hier – in der romantischen englischen Literatur.

Bei dieser Gruppe wird das Zusammenspiel von Kurven und Gegenkurven betont: Der Engel neigt sich mit einer sehr lockeren Bewegung, das Faltennetz und die leicht zerknitterte Bettdecke des Kindes unterstreichen leicht die mit Nuancen modellierte Haut. Stellenweise wird das Ganze diskret betont, wie zum Beispiel die Haarpracht des Engels, deren Strähnen und Blumenkranz besonders fein herausgearbeitet sind.

In Italien bestellte ein bedeutender Kunsthändler aus Liverpool das Werk, das er zusammen mit anderen Skulpturen in einer zu diesem Zweck gebauten Galerie ausstellte.




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