Albert-Ernest Carrier-Belleuse
Leuchter

Leuchter
Albert-Ernest Carrier-Belleuse (1824-1887)
Leuchter
1873
Gruppe, Gipsmodell
H. 260; B. 90 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé LewandowskiRMN (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Torchères [Leuchter]


Im 19. Jahrhundert haben sich nur wenige Bildhauer wie Carrier-Belleuse fast ausschließlich der sogenannten „dekorativen Bildhauerei“ gewidmet. Carrier leitete Keramikmanufakturen in England und Sèvres. Er wurde mit dem Dekor zahlreicher wichtiger Gebäude beauftragt, wo der junge Rodin für ihn tätig war. Der Architekt Garnier betraut ihn mit der Realisierung der Leuchter für die neue Oper, deren Gipsmodelle hier zu sehen sind. Sie werden von dem Goldschmied Christofle 1873 in Galvanoplastik, einem elektro-chemischen Verfahren, das es ermöglicht, in einer Abgussform eine dünne Metallschicht abzusetzen, angefertigt. Die beiden Leuchter sind noch heute zu beiden Seiten der Ehrentreppe in der Garnier Oper zu bewundern.
Die aus zwei weiblichen Körpern bestehende vertikale Struktur der Skulptur wird den Dimensionen der Haupthalle der Oper auf bewundernswerte Weise gerecht. Man ist daran gewöhnt, dass der produktive Künstler seine Herausforderungen mühelos meistert. Die Leuchter sind ein Meisterstück, das überwältigend auf den Betrachter am Haupttreppenaufgang wirkt. Die kreisförmig angelegten Gruppen bilden aufgrund der stufenförmigen Anordnung der Figuren, der Verteilung der von den Figuren getragenen Leuchten, der gewundenen Körper und der verschiedenen Richtungen der Gesichter den Mittelpunkt der Architektur. Sie bieten einen völlig neuartigen Beleuchtungsansatz.




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