Auguste Rodin
Ugolin

Ugolin
Auguste Rodin (1840-1917)
Ugolin
Zwischen 1882 und 1906
Gruppe aus Gips
H. 139,2; B. 173; T. 278,6 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Ugolin
Ugolin
Ugolin
Ugolin
Ugolin
Ugolin (Ausschnitt)
Ugolin (Ausschnitt)
Ugolin (Ausschnitt)
Ugolin (Ausschnitt)

Ugolin


Die göttliche Komödie ließ Rodin nicht los: er trug immer ein Exemplar bei sich. Hier illustriert er eine der düstersten Episoden von Dantes Gedicht. Graf Ugolin, der mit seinen Söhnen in dem Kerker, der ihnen zum Grab werden wird, eingeschlossen ist, sieht sie sterben und isst vor Hunger ihr Fleisch, bevor er selbst auch des Hungertodes stirbt.
Ugolin irrt, bar jeglicher Würde, einem Tier gleich, umher. „Mager, abgezehrt, mit unter seiner Haut hervortretenden Rippen (…), mit leerem Mund und kraftlosen Lippen, aus denen (…) wie bei einem ausgehungerten Raubtier der Speichel trieft, kriecht er mit einer Hyäne, die Aase ausgegraben hat, über die Leichen seiner Söhne, deren Arme und Beine hier und da über dem Abgrund baumeln“ (Octave Mirbeau).

Der Aufbau der Figur um einen leeren Mittelpunkt herum, die verstümmelten Körper der Kinder, die deformierten Glieder verstärken den morbiden, dramatischen Ausdruck. Die Komposition lässt erkennen, wie Rodin die einzelnen Teile zusammenfügte: die nackten Körper wurden einzeln angefertigt und gegossen, anschließend mittels Drapierungen aneinandergefügt und danach mit Gips überzogen. Später vereinfachte er dieses Verfahren.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter