Paul Gauguin
Arearea

Arearea auch Zeitvertreib genannt
Paul Gauguin (1848-1903)
Arearea auch Zeitvertreib genannt
1892
Öl auf Leinwand
H. 75; B. 94 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Arearea oder Zeitvertreib


Auf der Suche nach Spuren einer ursprünglichen Lebensweise begibt sich Gauguin im April 1891 zum ersten Mal nach Tahiti. Als Inspirationsquelle für seine imaginären Szenen dienen ihm einheimische Märchen oder ehemalige religiöse Traditionen. Arearea ist charakteristisch für seine Werke, in denen Traum und Wirklichkeit nebeneinander bestehen.

Im Vordergrund sieht man mehrere Motive, die er vermutlich beobachtet hat, denn sie tauchen auf mehreren Bildern jener Epoche auf. Es handelt sich um die beiden im Zentrum sitzenden Frauen, den Baum, der die Bildebene unterteilt und um den roten Hund. Der Himmel ist verschwunden, die grüne, gelbe und rote Ebene bilden die Grundlage der Komposition.
Die erfundene Szene im Mittelgrund zeigt Frauen, die eine Statue verehren. Gauguin stellt ein kleines Maori-Motiv in der Größe eines Buddhas dar und denkt sich einen Ritus aus. Das Bild vermittelt eine Welt harmonischer und melancholischerVerzauberung, in der die Menschen unter dem Schutz der Götter inmitten einer üppigen Natur in einem archaischen, idealisierten Polynesien leben.

Arearea gehört zu einem Werkensemble aus Tahiti, das im November 1893 in Paris präsentiert wurde. Gauguin will davon überzeugen, dass seine exotische Reise berechtigt war. Doch die erwartete Begeisterung bleibt aus. Viele seiner Freunde irritieren die tahitianischen Titel und der rote Hund führt zu sarkastischen Bemerkungen. Für Gauguin ist Arearea eines seiner besten Bilder, er kauft es sogar 1895 selbst zurück, bevor er Europa für immer verlässt.


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