Charles Cottet
Im Land des Meeres, Schmerz

Im Land des Meeres, Schmerz oder Die Opfer des Meeres
Charles Cottet (1863-1925)
Im Land des Meeres, Schmerz oder Die Opfer des Meeres
zwischen 1908 und 1909
Öl auf Leinwand
H. 264; B. 345 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Au pays de la mer. Douleur dit aussi Les victimes de la mer. Douleur [Im Land des Meeres, Schmerz oder Die Opfer des Meeres]


Dieses Gemälde trägt die Titel Im Land des Meeres, Schmerz oder Die Opfer des Meeres und wurde 1912 vom Staat auf dem Salon des boursiers de voyage erworben. Es ist eine seiner zahlreichen Variationen, die Cottet den harten Lebensbedingungen der Matrosen und ihrer Familien widmete. Der Aufbau des Bildes beruht im wesentlich auf geometrischen Formen. Der Maler hat das Thema, die Bergung eines Ertrunkenen im Hafen der Île de Sein, wie ein universales Ereignis dargestellt: vier Frauen in dunklen, zeitlosen Gewändern beweinen den toten Christus. Sie symbolisieren die Jungfrau und die Heiligen Frauen.

Die religiöse Bezugnahme beschränkt sich nicht nur auf das Evangelium. Die Anordnung der Figuren zu einem Fries bietet auch einen Verweis auf die Holz- oder Steinskulpturen der Gotik, eine Periode, in der die religiöse Inbrunst besonders lebendig war. Die Haltung der Frauen in der Mitte zeichnet Erschütterung und Schmerz aus, während die umstehende Menge resigniert wirkt. Die ineinander übergehenden leuchtenden Farbfacetten des Dekors verweisen auf die Grenzenlosigkeit der Ewigkeit im Vergleich zu unserem kurzen irdischen Aufenthalt.


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