Stephan Abel Sinding
Bank mit Rückenlehne

Bank mit Rückenlehne
Stephan Abel Sinding (1846-1922)
Bank mit Rückenlehne
Zwischen 1890 und 1900
Eiche, geschnitzt und gebeizt, Textilien
H. 197; B. 187; T. 72 cm
© Thierry Malty

Banquette à dossier [Bank mit Rückenlehne]


Stephan Sinding zählt zweifellos zu den berühmtesten skandinavischen Bildhauern seiner Zeit: seine Werke werden in dem von Carl Jacobsen 1888 in Kopenhagen gegründeten Museum Ny Carlsberg Glyptotek präsentiert und die Städte Bergen und Christiana (das heutige Oslo) geben bei ihm mehrere Denkmäler in Auftrag.
Sinding studiert in Christiana, Berlin, Paris und Rom. Seine Werke zeichnen sich durch ihren synkretistischen Stil aus, der naturalistische mit national-romantischen Themen mischt. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören Der Hammer von Volundr (Oslo, Nasjonalgalleriet), Heimdall, Walhalla (Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek) und die eindrucksvolle Walküre im Parc von Langelinie in Kopenhagen.

Der Bildhauer beschäftigte sich auch mit der angewandten Kunst. Er entwarf Flachreliefs, die er von der Porzellanmanufaktur Bing & Grondhal in Kopenhagen anfertigen ließ und chryselephantine Figuren, die die Berliner Firma Keller & Reiner kommerzialisierte. Für seinen eigenen Gebrauch kreierte er mehrere Möbelstücke, zu denen auch diese beeindruckende Bank gehört.
In typologischer Hinsicht ist das Stück Viollet-le-Duc und dem Arts & Crafts Movement von William Morris verpflichtet. Der Dekor lässt den Einfluss der Symbolisten und die Thematik Wagners erkennen: bei dem Flachrelief auf der Rückenlehne könnte es sich um eine Anspielung an Parsifal und Klingsors Blumenmädchen oder an Siegfried und die klagenden Rheintöchter handeln.


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