Jean-Léon Gérôme
Porträt von Baronin N. de Rotschild

Porträt von Baronin Nathaniel de Rotschild
Jean-Léon Gérôme (1824-1904)
Porträt von Baronin Nathaniel de Rotschild
1866
Öl auf Holz
H. 49,6; B. 35,8 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Portrait de la baronne Nathaniel de Rotschild [Porträt von Baronin Nathaniel de Rotschild]


Baronin Charlotte de Rotschild (1825-1899) wuchs unter den Künstlern, die bei ihren Eltern ein- und ausgingen auf und wurde in der Welt der Musiker und Maler wohlwollend aufgenommen. 1842 heiratete sie ihren Cousin Nathaniel (1812-1870). Frédéric Chopin, ihr Klavierlehrer, widmet ihr 1835 einen der beiden Walzer aus Opus 69. Ihr Interesse gilt weniger der Musik als den bildenden Künsten. Sie entwickelt sich zur Aquarellmalerin und nimmt regelmäßig am Salon und an den Ausstellungen der Gesellschaft der Aquarellmaler  teil. Sie machte sich auch als Sammlerin diverser Objekte einen Namen; der eklektische, luxuriöse Dekor, der Baron hier als Hintergrund dient, legt Zeugnis davon ab.

Dieses Porträt, das Gérôme 1866 malte, ist eine Hommage an das Bildnis der Mutter des Modells (1805-1886), Betty, das Ingres 1848 schuf (Privatsammlung). Der Künstler verwendet dieselbe Technik wie sein Vorgänger, glatt und genau, mit prächtigen Effekten wie beispielsweise den schillernden Glanz des Kleides. Auch die Hand am Kinn hat Gérôme von seinem Vorbild übernommen.

Gérôme führte nur wenig weibliche Porträts aus. Dieses ist das erste, das in die Sammlungen des Musée d’Orsay einging und das dritte im Bestand der französischen staatlichen Sammlungen. Es legt Zeugnis ab von der Pariser Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts und von einer ihrer berühmtesten Persönlichkeiten, der Baronin Nathaniel de Rotschild.


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