Paul Gauguin
Bebilderter Rahmen

Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“
Paul Gauguin (1848-1903)
Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“
Zwischen 1881 und 1883
Nussbaum, geschnitzt, Fotografie
H. 18,9; B. 33,6; T. 1 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda


Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“
Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“ (Ausschnitt)
Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“ (Ausschnitt)

Cadre historié dit aussi Cadre aux deux "G" entrelacés [Bebilderter Rahmen oder Rahmen mit zwei ineinander verschlungenen „G“]


Der gesamte Rahmen ruft Gauguin und seine Frau Mette Gad in Erinnerung. Die beiden „G“, die Initialen ihrer Familiennamen, die elegante weibliche Silhouette (Mette), der dickbäuchige Bankier (eine Sicherheit, von der Mette träumt) und die arme, magere Figur in dem zu großen Mantel (die Situation des Künstlers).
Auch die Fotografie ist symbolträchtig. Sie wurde aus dem letzten offiziellen Porträt des Ehepaars herausgeschnitten, es entstand während Gauguins Aufenthalt in Dänemark (November 1884 bis Juni 1885), einer demütigenden Periode auf Grund der ablehnenden Haltung ihm gegenüber von Seiten der Familie seiner Frau. Gauguin misst dieser Aufnahme, die er auf der Rückseite eines Gemäldes wiedergibt und von der ein Abzug unter den persönlichen Gegenständen des Künstlers im Museum von Tahiti zu sehen ist, eine ganz besondere Bedeutung bei.

Gauguin drückt mit diesem Werk seinen Entschluss aus, auf ein Leben im Wohlstand zu verzichten und Maler zu werden. Diese Entscheidung quält ihn schon seit mehreren Jahren und stürzt seine Frau in tiefe Verzweiflung. Enttäuschung und Verbitterung sind die Folge. Ihr Schmerz ist um so stärker, als ihre Ehe eine Liebesheirat war, was damals in den Kreisen der Bourgeoisie sehr ungewöhnlich war. Doch eine innere Kraft drängt Gauguin zur Erfüllung seines Schicksals.
Trotz der affektiven und geografischen Distanz trennt sich Mette nicht von diesem Andenken. 1921 vermacht sie es ihrem Sohn Pola, der es seinen norwegischen Förderern Frederick und Lucy Peterson verkauft.


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