Gustave Courbet
Champfleury

Porträt von Champfleury
Gustave Courbet (1819-1877)
Porträt von Champfleury
1855
Öl auf Papier auf Leinwand aufgezogen
H. 46; B. 38 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Portrait de Champfleury [Porträt von Champfleury]


Romanschriftsteller und Kunstkritier Jules-François-Félix Husson (1821-1889), der vor allem unter dem Pseudonym „Champfleury” bekannt ist, gilt als einer der ersten Verfechter Courbets. In Paris verkehrt er regelmäßig in der Brasserie Andlerm, dem Treffpunkt der Realisten. Innerhalb der Gruppe nennt man Courbet den „Hohen Priester” während Champfleury der „tatkräftige Kardinal” ist.

Das Porträt wurde vermutlich 1854 als Vorstudie für Das Atelier des Malers gemalt. Der Schriftsteller ist einer der Künstlerfreunde auf der rechten Bildseite. Die beiden Werke werden gemeinsam auf der Weltausstellung von 1855 - das Datum steht am unteren Rand des Bildnisses – präsentiert. In einem Brief an einen Freund drückt Champfleury sein Mißgefallen darüber aus, wie Courbet ihn auf dem Atelier dargestellt hat: „Ich fühlte mich von meinem eigenen Bild niedergeschmettert, es wirkte auf mich wie der General der Jesuiten... Dieses Bild ist erschreckend abstoßend”. Es ist nicht verwunderlich, dass die Freundschaft zwischen dem Maler und Schriftsteller von Konflikten nicht verschont blieb.
Das Gemälde gehört zu einer Serie von zwanzig Porträts von berühmten Persönlichkeiten, die Courbet im Laufe seiner Karriere gemalt hat.

Courbet-Dossier


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