George Hendrik Breitner
Mondschein

Mondschein
George Hendrik Breitner (1857-1923)
Mondschein
zwischen 1887 und 1889
Öl auf Leinwand
H. 101; B. 71 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Clair de lune [Mondschein]


Der Maler George Hendrik Breitner wurde 1857 in Rotterdam geboren, erhielt indes seine Ausbildung in Amsterdam, wo er gegen 1880 der Schüler des Malers Willem Maris, einem der bedeutendsten Vertreter der naturalistischen Bewegung, der sogenannten Schule von Den Haag, war. Diese Begegnung führte dazu, dass er sich von seiner vorherigen akademischen Ausbildung löste und nun mit nüchternen, kraftvollen Pinselstrichen Straßenszenen von Amsterdam, der Stadt, in der er 1886 Professor an der Akademie wird, darstellt.

Um 1887-1889 entstand dieser ungewöhnliche, wegbereitende Mondschein, der sich durch eigenartige Lichteffekte auszeichnet. Der braune Streifen im Vordergrund, auf dem der Umriss einiger Baumstämme zu erkennen ist, enthält zwei winzige, orangefarbene Flecken, die vermutlich ein Feuer in der Ferne darstellen und die ausreichen, um dem Bild Tiefe zu verleihen. Oberhalb der im Wind treibenden Wolkenschicht in der Bildmitte sind zwei große Wolkengebilde im Gegenlicht zu sehen. Der Mond, der sich rechts verbirgt, scheint durch den dünnen weißen Wolkenrand. Er bringt die Wolke links zur Geltung, dieses verschwommene, kompakte Gebilde, das die Farbabstufungen des unteren Teils wiederaufnimmt.

Der originelle Aufbau und die Farbskala werden die späteren Künstlergenerationen beeinflussen. Sowohl Vincent Van Gogh als auch der abstrakte Maler Piet Mondrian entdeckten sie für sich.


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