Albert-Louis Dammouse
Schale

Schale
Albert-Louis Dammouse (1848-1926)
Schale
1910
Pâte de verre
H. 5,2; B. 12,4 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Schale

Coupe [Schale]


Albert Dammouse, der Sohn eines Porzellanmalers der Manufacture de Sèvres, studierte an der Hochschule für Kunstgewerbe und an der Hochschule für Bildende Künste. Bevor er sich 1897 dem Glas zuwandte, lag schon eine umfangreiche Karriere als Keramiker hinter ihm. 1898 präsentiert er auf dem Salon de la Société nationale des Beaux-Arts dünnwandige, opake Schalen, Schüsselchen, Becher aus Glaspaste (pâte de verre) mit einem Dekor aus Pflanzen- oder Tiermotiven, die bisweilen nach der Natur abgeformt sind.

Seine Emailpuder werden in hitzebeständigen Gussformen gepresst und eingebrannt. Dieses Material wird oftmals als Pâte d’émail (Emailpaste) bezeichnet. Es handelt sich um eine Mischung aus Glas und Metalloxyden und entspricht in seiner Zusammensetzung der Pâte de verre. Die Bezeichnung rührt daher, dass die für dieses Material angewandte Technik dem Objekt ein sehr unterschiedliches Aussehen verleiht. Die Objekte sind derartig dünnwandig, dass sie an feinstes durchsichtiges Porzellan erinnern. Im Gegensatz zum Porzellan sind die Farben indes vollständig von ihrem Träger befreit und bilden durch die Pâte d’émail hindurch das Material der Vasen.

Dieses Stück aus dem Jahr 1910 macht deutlich, dass es dem Glaskünstler dank dieses Verfahrens möglich ist, die Textur der Blumenkronen wiederzugeben. Das Material bestach durch seine ungewöhnliche Leuchtkraft und die zarten Farbnuancen. Es brachte dem Künstler in kürze so großen Erfolg, dass er allmählich seine Keramikarbeiten aufgab.


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