François Décorchemont
Schale

Schale
François Décorchemont (1880-1971)
Schale
1912
Glaskünstler
H. 13,2; B. 12,5 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Coupe [Schale]


Im Frühjahr 1912 präsentiert der Glaskünstler François Décorchemont auf dem Salon des Artistes décorateurs und etwas später auf dem Salon des Artistes français eine Objektserie - zu der auch diese Schale mit Rosendekor gehört –, die Zeugnis von der neuartigen Tendenz des Künstlers ablegt. Die dicken, durchsichtigen, kraftvollen und leuchtenden Kreationen bilden einen Kontrast zu den extrem dünnwandigen, opaken Modellen, die seit 1903, dem Beginn seiner Künstlerlaufbahn, für seine Werke kennzeichnend waren.

1909 hatte Décorchemont parallel zur Realisierung dünnwandiger Objekte begonnen, einen neue Gusstechnik auszuprobieren. Gemeinsam mit seinem Vater, dem Bildhauer Louis-Emile Décorchemont (1851-1920), der mit Jean-Léon Gérôme zusammenarbeitete und als Professeur für Bildhauerei an der Hochschule für Kunstgewerbe tätig war, unternimmt er den Versuch, das Wachsausschmelzverfahren auf Glas zu übertragen. Gleichzeitig erprobt er eine neue Zusammensetzung für eine lichtdurchlässige Paste.

Décorchemonts Kreationen sind denen Albert Dammouses verwandt, wobei der letztere jedoch Abformungen nach der Natur bevorzugt, während der erste bildhauerische Effekte einsetzt, die die Formen und Linien seiner Dekore zur Geltung bringen. Dieser neuartige Ansatz, bei dem es darum geht, ein dickwandiges, durchsichtiges Material zu realisieren, das nicht nur dekorativen sondern auch schöpferischen Zwecken dient, entspricht den Bemühungen René Laliques, der mit seinen technischen Entwicklungen der Jahre 1910 dieser Kunstrichtung eine neue Richtung geben will.


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