Henri Regnault
Hinrichtung ohne Urteilsspruch

Hinrichtung ohne Urteilsspruch unter den maurischen Königen in Granada
Henri Regnault (1849-1871)
Hinrichtung ohne Urteilsspruch unter den maurischen Königen in Granada
1870
Öl auf Leinwand
H. 305; B. 146 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Exécution sans jugement sous les rois maures de Grenade [Hinrichtung ohne Urteilsspruch unter den maurischen Königen in Granada]


Der 1843 in Paris geborene Henri Regnault kam 1871 in den letzten Gefechten des französisch-preußischen Krieges ums Leben. Vorher hat sich der junge Mann allerdings in der Pariser Kunstszene schon einen Namen gemacht.1868 erhält er den Kunstpreis der Stadt Rom und ist der Erste, der die Gegenleistung eines dreijährigen Aufenthalt in der italienischen Hauptstadt nicht erbringen muss, sondern die Erlaubnis erhält, andere Kulturen kennenzulernen. Er begibt sich nach Spanien, von wo aus er 1869 den riesigen, ebenfalls im Musée d'Orsay untergebrachten General Juan Prim an den Salon sendet. Anschließend hält er sich kurzfristig in Nordafrika auf, von wo er einige erstaunliche, lichtdurchdrungene Bilder mitbringt.

Diese von örtlichen Legenden inspirierte Hinrichtung ohne Urteilsspruch unter den maurischen Königen in Granada entsteht 1870. Vor einem, der Alhambra in Granada entliehenen architektonischen Hintergrund, der von Orangetönen bestimmt ist, stellt Regnault in einer kräftigen, nach oben strebenden Komposition, eine Enthauptungsszene dar. Hierzu wählt er die Froschperspektive, welche die Hauptfigur noch imposanter erscheinen lässt.

Die Geste des Henkers wirkt fast banal und kontrastiert mit dem Vordergrund, wo der Körper mit dem abgetrennten Kopf nur noch durch die die Stufen herunterfließende Blutlache verbunden zu sein scheint. Auch der Gegensatz der gewählten Farben - das Orange des Gewands der stehenden Figur und des Hintergrunds und die schwarze und grüne Kleidung der liegenden Figur - tragen zu diesem Kontrast bei.
Dies von der Kritik begrüßte Bild erwirbt der Staat 1872 von den Erben des zu früh verstorbenen Künstlers.
Das Bild wird von der Kritik positiv aufgenommen und 1872 vom Staat von den Erben des frühzeitig verstorbenen Künstlers erworben. Es wird ihm zu Ehren im Pariser Musée du Luxembourg ausgestellt.


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