Bruno Paul
Sessel

Sessel
Bruno Paul (1874-1968)
Sessel
1900
Ulme, modernes Polster
H. 85,5; B. 71; T. 66 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi


Sessel
Sessel
Sessel

Fauteuil [Sessel]


Dieser Sessel gehörte zu den Stücken, die Deutschland auf der Weltausstellung 1900 in Paris in der sogenannten Klasse „Einrichtungsgegenstände für öffentliche Gebäude und Wohnungen“ präsentierte¨. Er ist für die Einrichtung einer Jagdhütte bestimmt. Der Autor, Bruno Paul, ist ausgebildeter Maler. Er wendet sich jedoch bald dem Kunstgewerbe zu und ist 1897 einer der Begründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München. Dieser Sessel wurde übrigens in dieser Werkstatt hergestellt.
Er ist ein beredtes Beispiel für die deutschen Jugendstil möbel. Der Begriff geht auf den Titel der 1896 gegründeten Avantgarde-Zeitschrift Jugend zurück.
Bestreben dieser Kunstströmung war es, die Konstruktion nicht zu verbergen, sondern die einzelnen Elemente offenzulegen. Rückenlehne, Beine oder Armlehnen sind eigentlich nur ausgesägte Flächen ohne Relief und Plastizität.

Dieser Stil wird von zwei Seiten beeinflusst. Einerseits von Henry van de Velde (1863-1957), der seit der Weltausstellung in Dresden im Jahr 1897 in Deutschland hohes Ansehen genießt, andererseits von chinesischen und japanischen Möbeln, die aus schmucklosen senkrechten Pfosten und waagrechten Hölzern zusammengesetzt sind. Die Strenge wird zumindest in den ersten Münchner Kreationen durch eine Spur Fantasie gemildert: hier erinnert das äußere Ende der Armlehne an eine Faust.


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