Aimé-Jules Dalou
Frauenakt im Sessel

Femme nue lisant dans un fauteuil
Aimé-Jules Dalou (1838-1902)
Femme nue lisant dans un fauteuil
1878
Bronze
H. 33 ; L. 23,3 . P. 34,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Leserin
Leserin
Femme nue lisant dans un fauteuil
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Femme nue lisant dans un fauteuil [Frauenakt im Sessel]


Die weiblichen Figuren von Dalou sind weniger bekannt als seine Arbeiter, obwohl er dieses Genre 1870 im Salon mit der Ausstellung seiner Stickerin eingeweiht hatte und es in seinem Londoner Exil bis Ende der 80er Jahre fortsetzte. Dabei handelt es sich hauptsächlich um realistische Darstellungen, die Frauen beispielsweise beim Stillen, beim Ausziehen ihrer Strümpfe, beim Abtrocknen ihrer Füße zeigen. Manchmal ist die Frau Dalous zu erkennen, die niemals eine professionelle Pose einnimmt, sondern im Gegenteil wie aus dem Alltag gegriffen dargestellt wird. Selten ist sie bekleidet, die meiste Zeit wird sie nackt in ihrer Intimität dargestellt. Erinnert Dalous Frauendarstellung auch an die Degas, so stand er doch eher unter dem Einfluss der galanten Malerei des 18. Jahrhunderts, wie sie Boucher und Fragonard repräsentierten.

Bei diesem Akt handelt es sich um einen einmaligen Bronzeguss, der nach einem Tonmodell realisiert wurde, der im Musée du Petit Palais verwahrt wird. Das endgültige, mit dem Namen Leserin versehene Werk ist ein wenig größer und vor allem detaillierter: Die junge Frau im Morgenrock und Pantoffeln sitzt auf einem für das 18. Jahrhundert modischen Stuhl. Ihr Kopf ist nach links gerichtet, da sie ihr Buch seitlich, näher vor den Augen hält und die Beine sind zur anderen Seite gekreuzt.

Da diese Figuren großen Anklang fanden, wurden von der Leserin Ausführungen in verschiedenen Materialien realisiert, in Steingut, in Porzellan und in Bronze.


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