Vincent van Gogh
Fritillaria

Fritillaria, Kaiserkrone in einer Kupfervase
Vincent van Gogh (1853-1890)
Fritillaria, Kaiserkrone in einer Kupfervase
1887
Öl auf Leinwand
H. 73,5; B. 60,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Osay) / Hervé Lewandowski

Fritillaires, couronne impériale dans un vase de cuivre [Fritillaria, Kaiserkrone in einer Kupfervase]


Die Fritillaria ist wie die Tulpe eine Zwiebelpflanze, die im Frühling blüht. Daraus kann man das Entstehungsdatum dieses Gemäldes leicht ableiten. Van Gogh stellt hier die Fritillaria imperialis dar, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den französischen und holländischen Gärten sehr verbreitet war. Die Blume ist orangerot, besitzt einen langen Stiel, und ihre Zwiebel bringt drei bis zehn Blütenstände hervor. Für diesen Strauß in der Kupfervase verwendete Vincent folglich die Blüten von nur ein oder zwei Zwiebeln.

Als Van Gogh dieses Gemälde ausführt, lebt er in Paris und steht in enger Verbindung zu Paul Signac. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass Van Gogh in seinem Werk einige der Stilmerkmale der neoimpressionistischen Malerei einsetzt, zu deren Hauptvertretern Signac gehört: Für den Untergrund des Bildes verwendet er die pointillistische Technik, das Gemälde insgesamt zeichnet sich durch kontrastierende Komplementärfarben – Blau und Orange – aus. Doch der neoimpressionistische Einfluss hält sich in Grenzen. Der divisionistische Pinselstrich wird nur für eine bestimmte Fläche eingesetzt, das Spiel der Komplementärfarben wirkt sich nicht einschränkend auf Van Goghs Farbpalette aus und mit dem Stillleben weicht er von den Themen ab, denen sich Seurat und die anderen Neoimpressionisten widmen.
Der Maler Emile Bernard berichtet später, dass Vincent der Segatori, einer Italienerin, die auf dem Boulevard de Clichy ein Café namens Le Tambourin führte, den Hof machte, indem er ihr Stillleben mit Blumen, „die nie welken”, schenkte. Dank dieser gemalten Blumensträuße wurde Le Tambourin in Kürze zu einem regelrechten künstlichen Garten.


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