Eugène Grasset
Harmonie

Harmonie
Eugène Grasset (1841-1917), Félix Gaudin (1851-1930)
Harmonie
1893
Tafel aus emaillierter Lava
H. 130; B. 245 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Harmonie [Harmonie]


Eugène Grasset war der Auffassung, dass die Komposition des Motivs der dekorativen Wirkung untergeordnet sein sollte. Dies kann man an diesem raren Werk, das Zeugnis ablegt von der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Grasset und dem Glaskünstler Félix Gaudin, deutlich erkennen.

Er verwendete hier die Technik der emaillierten Lava. Dieses Verfahren wurde um 1820 entwickelt und lebt im auslaufenden 19. Jahrhundert insbesondere in der Innenarchitektur wieder auf.
Die Tafel Harmonie ist einzigartig in ihrer Art. Der Karton stammt aus dem Jahr 1893 und wird auf der Grasset-Ausstellung, die die Zeitschrift La Plume 1894 organisiert, präsentiert. Die Tafel wird 1895 auf dem Salon de la Société nationale des beaux-arts ausgestellt und findet die Anerkennung der Kritik.

Noch heute weiß man nicht, um welches Motiv es sich handelt. Vielleicht ist dieser Zug von musizierenden, Tiere beschwörenden Frauen eine Anspielung auf den Orpheusmythos und auf die zivilisatorische Auswirkung von Musik.
Die Komposition hingegen ist charakteristisch für Grasset. Die geschickt angeordnete Gruppe der jungen Frauen inmitten der üppigen Pflanzen lässt den Einfluss von zwei ästhetischen Vorbildern erkennen. Zuerst der Japonismus, der die Motive flächig konturiert aus dem Bild hervortreten lässt und auf jegliche Perspektive verzichtet. Dann der Neobotticellismus, der in den weiblichen Figuren und in der ondulierenden Anordnung der Figuren sichtbar wird. Denselben Frauentypus findet man übrigens auf zahlreichen Plakaten, Drucken und Illustrationen von Grasset, die auch im Musée d'Orsay aufbewahrt werden.


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