Gustave Caillebotte
Henri Cordier

Henri Cordier
Gustave Caillebotte (1848-1894)
Henri Cordier
1883
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 82 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Henri Cordier


Die Porträtserie von Persönlichkeiten aus seinem bürgerlichen Umfeld gehört zu den reizvollsten Werken Caillebottes. Ihre Identität ist heutzutage oftmals verloren gegangen. Eine Ausnahme bildet Henri Cordier (1849-1925), ein Chinaexperte und Professor für die Geschichte, Geografie und Gesetzgebung der fernöstlichen Staaten an der Ecole des Langues Orientale in Paris.
Cordier lebt zwischen 1869 und 1876 in China. Er verfasst eine Bibliografie der Werke, die dem chinesischen Reich gewidmet sind, die Biblioteca sinica, die zwischen 1878 und 1895 veröffentlicht wird und ist 1882 einer der Begründer der Revue d'Extrême-Orient. Aus der Grande Encyclopédie erfahren wir auch, dass er mit dem Grad des chinesischen Mandarins dritter Klasse ausgezeichnet wird.

Es ist nicht bekannt, wie Caillebotte und Cordiers sich kennenlernen. Sie waren gewiss Freunde, denn der Künstler brauchte seinen Lebensunterhalt nicht durch den Verkauf seiner Bilder zu bestreiten und führte kein einziges Auftragsporträt aus. Auf diesem Bildnis steht der intellektuelle Cordier im Vordergrund. Inmitten seiner Bücher ist er in seine Arbeit vertieft. Seine Haltung ist undefinierbar. Diese ungewöhnliche Komposition, die abgeschnittene Figur umgeben von dekorativen Elementen, die den Raum vollkommen abschließen, ist charakteristisch für Caillebotte. Man wird hier an Degas erinnert.
Der Farbauftrag und die bläulichrote Palette sind kennzeichnend für die Werke, die Caillebotte während dieser Periode malt.


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