Henri Fantin-Latour
Hommage an Delacroix

Hommage an Delacroix
Henri Fantin-Latour (1836-1904)
Hommage an Delacroix
1864
Öl auf Leinwand
H. 160; B. 250 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Hommage à Delacroix [Hommage an Delacroix]


Bei einem Besuch in den Galerien des Schlossmuseums von Versailles im Juli 1838 entdeckt Baudelaire Delacroix und sein Gemälde Die Schlacht von Taillebourg. Dies ist der Beginn einer großen Begeisterung für das romantische, farbenfreudige Werk des „suggestivsten aller Maler“. Im Salon von 1846 widmet er dem „wahren Maler des 19. Jahrhunderts“ ein ganzes Kapitel. Als der Meister und viel bewunderte Freund am 13. August 1863 stirbt, ist Baudelaire ganz untröstlich.

Die Bewunderung, die der Autor der Blumen des Bösen Delacroix zollte, zeugt von dem Respekt, den die Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Maler entgegenbringen. Ein Jahr nach Delacroix' Tod führt Henri Fantin-Latour dieses Gruppenporträt aus, das dem Künstler die Anerkennung erweisen soll, die er zu Lebzeiten nicht erhalten hatte.

Literaten und Künstler sind um ein Porträt von Delacroix versammelt, das nach einem zehn Jahre alten Foto realisiert wurde. Man kann Fantin-Latour in weißem Hemd und mit Palette in der Hand erkennen, James Whistler stehend im Vordergrund, Edouard Manet mit den Händen in der Tasche und natürlich Baudelaire, der rechts mit verkrampftem Gesicht dasitzt.

Bei diesem Werk handelt es sich um das erste großformatige Gemälde eines Künstlers, der den Impressionisten sehr nahe stand; es zeugt von Fantin-Latours Vorliebe für psychologische Studien, genaue Zeichnung und düstere Farbharmonien. Die Anordnung und die Farbgebung aus Rotbraun, Schwarz und gedämpften Weißtönen ist den Gruppenbildnissen der holländischen Künstler im 17. Jahrhundert nachempfunden.

Die Kritiker sahen in diesem Gemälde nur ein Manifest realistischer Maler, eine Ansammlung von sich ähnelnden Porträts; man warf ihm fehlende Einheit, grobe Farbgebung, sein statisches, fotoähnliches Aussehen vor. Diese Vorwürfe hielten Fantin-Latour nicht davon ab, weitere Gruppenporträts anzufertigen, die ebenso berühmt wurden: Ein Atelier in Batignolles 1870 und Französische Dichter an einem Tisch 1872.

Les personnalités représentées dans Hommage à Delacroix de Fantin-Latour


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