Constantin Meunier
Industrie

Industrie
Constantin Meunier (1831-1905)
Industrie
1896
Hochrelief aus Bronze
H. 68; B. 90; T. 36 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Industrie


Der Belgier Constantin Meunier ist der erste ausländische Bildhauer, den der französische Staat für das Musée de Luxembourg erwirbt. Es handelte sich um zwei Bronzestatuetten, Hafenarbeiter von Antwerpen und Schmied, einen Hammer bedienend die 1890 auf dem ersten Salon de la Société nationale des Beaux-Arts, eine sezessionistische Gesellschaft französischer Künstler, erworben worden waren.

Ab 1885 arbeitet Meunier an einem Denkmal für die Arbeit, das sich aus Figuren und vollständigen, erklärenden Reliefs zusammensetzte. 1890 stellt er auf dem Salon de Bruxelles ein kleines Flachrelief aus Gips von der Industrie aus, das er nach dem Gemälde Abtransport eines zerbrochenen Schmelztiegels von 1884 anfertigte. Er präsentiert einen Entwurf 1892 auf dem Salon de Paris, und 1895 auf der Libre Esthétique von Brüssel, wo ihm unter dem Titel Das Feuer, Das Werk ein Saal gewidmet ist. Auf der Ausstellung von Bing in Paris ist sein Erfolg noch größer. Georges Clemenceau spricht ihm seine Anerkennung für diese „unglaublich gelungene Darstellung der Welt der Arbeit“ aus. Diese zwei lebensgroßen Figuren werden in Bronze ausgeführt und gehen 1897 ins Musée du Luxembourg ein.

Meunier hat alle Teile des Denkmals angefertigt, darunter auch die vier Reliefs, die Industrie (das Feuer), die Heuernte (die Luft), den Hafen (das Wasser), das Bergwerk (die Erde), aber sich noch nicht für die endgültige Anordnung entschieden. Ein Tonmodell zeigt die Industrie an der Hauptseite. Auf dem 1930 lange nach seinem Tod errichteten Denkmal in Laeken ist die Heuernte stattdessen zu sehen.

Die Thematik des Denkmals für die Arbeit, die neue Macht, beschäftigt in der Nachfolge auch andere französische Bildhauer wie Dalou, Rodin und Bouchard. Doch keiner bringt sie wirklich zum Abschluss. Die Handwerker, die wie Helden ohne Schwächen dargestellt werden, sind in den östlichen Ländern ein sehr beliebtes Motiv.


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