Pierre Bonnard
Intimität

Intimität
Pierre Bonnard (1867-1947)
Intimität
1891
Öl auf Leinwand
H. 38; B. 36 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Intimité [Intimität]


Dieses reizvolle Gemälde zeigt einen Regimentskameraden von Bonnard, den Komponisten Claude Terrasse (1867-1923), Pfeife rauchend in einer Art Houppelande und mit einem Hut mit umgeschlagenem Rand. Im Schatten links kann man das Profil von Andrée Bonnard, der Schwester des Malers und Gattin von Terrasse ausmachen. Im Vordergrund sieht man eine violette Hand – vermutlich Bonnards – mit einer langen Pfeife, aus der Rauchspiralen aufsteigen. Ein solcher Bildausschnitt ist den japanischen Holzschnitten entlehnt, die den Nabis zum Teil als Inspirationsquelle dienen.

Bonnard stellt hier eine seiner ersten intimen Szenen dar. Sie ist ein beredtes Zeugnis für die freie Bildgestaltung, die schon sein Frühwerk auszeichnet. Den Rauchspiralen, die von den beiden Pfeifen und der Zigarette Andrées aufsteigen, entsprechen die Arabesken der Wandbespannung. Insgesamt entsteht der Eindruck von Enge, was dem Raum eine warme, ein wenig geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Die gefühlsmäßige und geistige Verbundenheit des Trios ist spürbar. Man wird unweigerlich an ihre Freundschaft mit Stéphane Mallarmé erinnert, dessen Gedicht Toute l'âme résumée den Maler inspiriert haben könnte:
„Toute l'âme résumée
Quand lente nous l'expirons
Dans plusieurs ronds de fumée
Abolis en d'autres ronds”


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter