Emile Gallé
Blumenschale

Blumenschale
Emile Gallé (1846-1904)
Blumenschale
Modell von 1880-1884
Fayence, Dekor in Blau Camaïeu bei hoher Temperatur gebrannt und leuchtendes Gold auf zinnhaltigem bläulichem Email, Reliefauflagen
H. 13; B. 33; L. 21 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Jardinière [Blumenschale]


Die Begeisterung des 19. Jahrhunderts für die holländische Malerei kommt auch in der Keramik Gallés zum Ausdruck. Diese Vorliebe zeigt sich an den Landschaften, wo Wasser und Himmel dominieren und welche durch die Anwesenheit der Menschen, Schiffe und Dorfhäuser belebt werden.
Diese Art von Dekor findet man in zahlreichen Gegenständen von diverser Form und Größe. Ein Tafelgeschirr trägt berechtigterweise den Namen Delft, da die Technik des bei hoher Temperatur gebrannten Blau Camaïeu und die Ansichten der einzelnen Servicestücke an die berühmten Delfter Kacheln erinnern. Die vollendete Ausführung dieser Blumenschale ist auf die Schönheit der Paste, die meisterhaft verdünnte Farbe, die genau bemessenen Goldhöhungen, die feine und geschickte Pinselführung, die die Anordnung des Dekors bestimmen, zurückzuführen.

Das Stück ist ebenfalls repräsentativ für Gallés wachsende Bestrebungen, Form und Dekor zu vereinigen, die absichtlich auf eine barocke Umkehrung der Proportionen abzielen. So lässt sich erklären, warum die Form des Gegenstandes einer übergroßen Muschelklappe gleicht, während an anderen Stellen gleiche Muscheln in Naturgröße im Relief auf der Gefäßwand erscheinen und anhand der Motive des gemalten Dekors auf ihr natürliches Milieu verweisen.


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