Pierre Auguste Renoir
Julie Manet

Julie Manet auch Kind mit Katze
Pierre Auguste Renoir (1841-1919)
Julie Manet auch Kind mit Katze
1887
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 54 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Julie Manet dit aussi L'enfant au chat [Julie Manet auch Kind mit Katze]


Berthe Morisot und ihr Gatte Eugène Manet, der Bruder des Malers, kennen Renoir schon lange. Ihre Beziehung intensiviert sich in den Jahren 1885-1890. Die Manets bewundern das Talent ihres Malerfreundes sehr und beschließen 1887, Renoir mit dem Porträt ihrer Tochter Julie zu beauftragen.

Es sind mindestens vier vorbereitende Zeichnungen für das Gemälde bekannt. Renoir entscheidet sich schließlich, das Modell nicht ganz in Vorderansicht darzustellen. Julie, die zukünftige Gattin von Ernest Rouart (1878-1966), erinnert sich an die Sitzungen. Renoir malte dieses Porträt „stückchenweise, was ganz und gar nicht seiner üblichen Arbeitsweise entsprach. Ich glaube, er hatte mich ganz gut getroffen, doch Degas murrte: „Er hat so viele runde Gesichter gemalt, dass er Blumentöpfe malt“.
Es muss gesagt werden, dass Renoirs linienbetonter Stil in Verbindung mit seiner grellen Farbpalette auf seine Freunde verwirrend wirkte. Berthe Morisot dagegen fühlte sich von den Werken seiner „ingres'schen“ Periode angezogen.

Das Porträt von Julie Manet ist ein beredtes Beispiel für Renoirs Recherchen zu jener Zeit, insbesondere die sorgfältige Ausführung und die fast emaillierte Bildoberfläche sind sehr beeindruckend. Im Bild kommt auch zum Ausdruck, wie rührend und zartfühlend der Maler um sein junges Modell bemüht war.


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter