Vincent van Gogh
Das Zimmer von Van Gogh in Arles

Das Zimmer von Van Gogh in Arles
Vincent van Gogh (1853-1890)
Das Zimmer von Van Gogh in Arles
1889
Öl auf Leinwand
H. 57,5; B. 74 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La chambre de Van Gogh à Arles [Das Zimmer von Van Gogh in Arles]


Van Gogh führt zu diesem Thema drei nahezu identische Gemälde aus. Das erste, das sich im Van Gogh Museum in Amsterdam befindet, wird im Oktober 1888 ausgeführt. Es wird durch eine plötzliche Überschwemmung während des Krankenhausaufenthaltes des Malers in Arles beschädigt. Rund ein Jahr später fertigt der Künstler zwei Kopien an: eine mit demselben Format, sie wird heute im Art Institute von Chicago aufbewahrt; die zweite, sie befindet sich heute im Musée d'Orsay, ist etwas kleiner und war für seine Familie in Holland bestimmt.

In einem Brief an seinen Bruder Theo erklärt er, was ihn zu diesem Werk motiviert: er will mittels des Farbensymbolismus die Ruhe und Schlichtheit seines Schlafzimmers zum Ausdruck bringen. Er beschreibt: „die Wände sind blasslila, der Fußboden verblichen rot, die Stühle und das Bett chromgelb, Kopfkissen und Laken blass zitronengrün, die Zudecke ist blutrot, der Waschtisch orangefarben, die Waschschüssel blau, das Fenster grün”, und: „Ich wollte mit diesen Tönen eine absolute Ruhe ausdrücken”.
Mit diesen verschiedenen Farbtönen verweist Van Gogh auf Japan, sein Krepppapier und seine Holzschnitte. Er rechtfertigt sich folgendermaßen: „Die Japaner haben in sehr schlichten Interieurs gewohnt, doch welch große Künstler hat dieses Land hervorgebracht”. Selbst wenn in den Augen eines Japaners ein mit Gemälden und Möbeln ausgestattetes Zimmer nicht wirklich schlicht anmutet, für Vincent „ist es ein leeres Schlafzimmer mit nur einem Holzbett und zwei Stühlen”. Durch den Aufbau aus fast nur geraden Linien und die genaue Kombination der Farbflächen, die die unbeständige Perspektive ausgleichen, erreicht er dennoch eine gewisse Nüchternheit.
Siehe High-Definition-Bild


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