Claude Monet
Der Karren

Der Karren. Schneebedeckte Straße in Honfleur
Claude Monet (1840-1926)
Der Karren. Schneebedeckte Straße in Honfleur
Um 1867
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 92,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La charrette. Route sous la neige à Honfleur [Der Karren. Schneebedeckte Straße in Honfleur]


Monet datierte diese Ansicht von Honfleur auf 1865, nachdem das Gemälde 1911 in die Sammlungen des Louvre eingegangen war. Doch der einheimische Maler Alexandre Dubourg schreibt 1867 in seinen Briefen von den Schneelandschaften des Künstlers, folglich scheint dieses Datum wahrscheinlicher. Das Dach auf der linken Seite soll zu dem Bauernhof Saint-Siméon gehören, in dem sich die Maler, die damals regelmäßig in dieser Gegend der Normandie arbeiten, treffen: Troyon, Daubigny, Corot, Courbet, Boudin, Jongkind oder Bazille... und natürlich Monet.
Mit diesem Thema folgt er dem Vorbild Courbets, der mehrere Genreszenen mit Schneelandschaften darstellte. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dessen Hauptmotiv neben zahlreichen anekdotischen Elementen der Hirsch und der Jäger waren, malt Monet eine nahezu verlassene Landschaft, in der der Karren und der Mann nur eine ganz nebensächliche Rolle spielen.

Für Monet ist die schneebedeckte Landschaft eine Gelegenheit, die wechselnden Lichtverhältnisse zu studieren und mit den Nuancen zu spielen. Da es dem Künstler darum ging, das Landschaftsbild zu erneuern, macht er nur von einer geringen Anzahl an Farbschattierungen Gebrauch. Er bevorzugt Erdfarben und verschiedene Blautöne, die auf dem Boden schillern, anstatt ihn einförmig weiß darzustellen.
In der zweiten Hälfte der 1860er Jahre malt Monet mehrere „Schneestimmungen”. Das herausragendste Bild ist zweifellos die berühmte Elster (Musée d'Orsay), die im Winter 1868-1869 entstand. Im Dezember 1868 schreibt er in einem Brief an seinen Freund Bazille, dass er die ländlichen Gegenden der Normandie „im Winter womöglich noch angenehmer als im Sommer findet..”.


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