Paul Cézanne
Die Frau mit Kaffeekanne

Die Frau mit Kaffeekanne
Paul Cézanne (1839-1906)
Die Frau mit Kaffeekanne
Um 1895
Öl auf Leinwand
H. 130; B. 96,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La femme à la cafetière [Die Frau mit Kaffeekanne]


Die Identität des Modells dieses Porträts ist unklar, aber vermutlich handelt es sich um eine der Angestellten im Jas de Bouffan, dem Landhaus der Familie Cézanne in der Nähe von Aix-en-Provence. Der Maler setzte nur selten professionelle Modelle ein, vermutlich auf Grund seiner Schüchternheit und seiner langsamen Ausführung arbeitete er lieber mit Familienmitgliedern oder Bekannten. Trotz der Nahsicht steht bei dieser Frau mit Kaffeekanne nicht der psychologische Ansatz im Vordergrund sondern die Studie der Formen.

Die Hauptelemente des Bildes: der Körper der Frau, die Tasse und die Kaffeekanne sind sehr vereinfacht, sie bestehen nur aus horizontalen und vertikalen Linien. Die geometrischen Volumina sowie der Blickwinkel des Tisches, der in einer wesentlich höheren Perspektive dargestellt ist, als die Gegenstände, die sich darauf befinden, kündigt den Kubismus an.

Das Gemälde wurde wahrscheinlich um 1895 realisiert, es ist kennzeichnend für Cézannes künstlerische Entfaltung, die sich im Laufe der letzten zwanzig Jahre vom Impressionismus entfernte. Er, der „die Natur gemäß Zylinder, Kreis und Kegel darstellen“ wollte, behandelt dieses Porträt wie ein Stillleben. Die Hände des Modells, die die Spuren der Arbeit tragen, zeugen von der Vorliebe des Malers für diese „monumentale Ikone des einfachen Lebens“ (F. Cachin).


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter