Aristide Maillol
Die Frau mit Sonnenschirm

Die Frau mit Sonnenschirm
Aristide Maillol (1861-1944)
Die Frau mit Sonnenschirm
um 1895
Öl auf Leinwand
H. 190; B. 149 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Femme à l'ombrelle [Die Frau mit Sonnenschirm]


Maillol, der an der Kunsthochschule bei Gérôme und Cabanel studierte, arbeitete vor seiner Karriere als Bildhauer zuerst als Maler. Er bewundert und kopiert Puvis de Chavannes. Gauguins Gemälde, die er auf der Ausstellung im Café Volpini 1889 entdeckt, werden seinen Stil maßgeblich beeinflussen.

Kennzeichnend für dieses lebensgroße Porträt ist der absichtliche Verzicht auf Tiefe. Die junge Frau, deren Profil in kraftvollen und weichen Linien zugleich gezeichnet wurde, hebt sich von der Meereslandschaft im Hintergrund ab. Trotz der flatternden Bänder des Kleids wirkt die sorgfältig dargestellte Haltung etwas starr. Die Heterogenität zwischen Figur und Hintergrund lässt deutlich erkennen, dass das Porträt im Atelier gemalt wurde. Es wurde einer vereinfachten, aus übereinanderliegenden Farbstreifen bestehenden Landschaft hinzugefügt. Diese unbewegliche, klassische, dekorative Figur hat nichts mit den Plein-Air-Bildern der Impressionisten gemein. Die Profilansicht ohne Tiefenwirkung erinnert an einen Wandteppich, eine Kunst, die Maillol auch meisterhaft beherrschte.

Durch die helle, kontrastierende Farbpalette wirkt das Gemälde ausgewogen. Die symbolische Bedeutung dieser bewegungslosen Figur am Meeresufer wird durch die genaue Darstellung des Gesichts und der Accessoires wie Handschuhe, Sonnenschirm und Hut gemildert. Die Frau mit Sonnenschirm, weder Allegorie noch wirklichkeitsgetreues Porträt, gilt als das Meisterwerk des Malers Maillol.


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