Auguste Renoir
Die Moschee

Die Moschee
Auguste Renoir (1841-1919)
Die Moschee
1881
Öl auf Leinwand
H. 73,5; B. 92 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La mosquée [Die Moschee]


Es ist nicht bekannt, welches Fest Renoir hier in Algier in der Umgebung der türkischen Stadtmauer, die einige Jahre zuvor von der französischen Armee zerstört worden war, darstellt. Auf der Szene herrscht reges Treiben und eine ausgelassene Stimmung, zahlreiche Menschen scharen sich um fünf Musiker. In der Ferne kann man die das Mittelmeer überragenden Kuppeln und Minarette der Casbah erkennen.
Mit der Darstellung der algerischen Sitten und Bräuche schildern die europäischen Maler ein fern von Europa liegendes Land. Besonders beliebt sind Zeremonien und Feste, vor allem wenn sie musikalische Darbietungen umfassen.

Der schnelle Pinselstrich und der bisweilen dicke Farbauftrag erinnern an die impressionistische Faktur. An manchen Stellen werden die Figuren, deren Gesichter nicht zu erkennen sind, durch einfache, schnell übereinander aufgetragene Farbflecken wiedergegeben.
Durch die kühne Komposition ist der Platz, auf dem die Darbietung stattfindet, kaum auszumachen. Die Details der Trachten (Turbane), die weiße Architektur und die Vegetation versetzen uns in die fremd anmutende Atmosphäre des Orients. Renoir präsentiert uns hier eine angenehme, heitere Schilderung, die sich deutlich von den nüchternen Darstellungen der Wüste und der blutigen Kämpfe unterscheidet. Sein Orientalismus wird durch impressionistische Stilmerkmale geprägt.


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