Vincent van Gogh
Sternennacht über der Rhône

Sternennacht über der Rhône
Vincent van Gogh (1853-1890)
Sternennacht über der Rhône
1888
Öl auf Leinwand
H. 72,5; B. 92 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La nuit étoilée [Sternennacht über der Rhône]


Seit seiner Ankunft in Arles am 8. Februar 1888 kreisen Van Goghs Gedanken ständig um den „Nachteffekt“. Im April 1888 schreibt er seinem Bruder Theo: „Ich brauche eine Sternennacht mit Zypressen oder vielleicht über einem reifen Weizenfeld“. Im Juni äußert er dem Maler Emile Bernard gegenüber: „Wann werde ich endlich diesen Sternenhimmel machen, an den ich immer denken muss?“ und im September schreibt er seiner Schwester: „Es will mir oft scheinen, dass die Nacht noch farbiger ist, als der „Tag“. Im gleichen Monat verwirklicht er dann endlich das Projekt, das ihn schon so lange verfolgt.
Zuerst malt er nur ein Stück nächtlichen Himmels in Caféterrasse bei Nacht (Otterlo, Rijksmuseum Kröller-Muller). Und dann diese Ansicht der Rhône, auf der er die Farben, die er in der Dunkelheit wahrnimmt, wunderbar wiedergibt. Blautöne herrschen vor: Preußischblau, Ultramarin- und Kobaltblau. Die Gaslaternen der Stadt leuchten in hellem Orange und spiegeln sich im Wasser. Die Sterne glitzern wie Edelsteine.
Einige Monate später, er ist schon interniert, malt Van Gogh eine andere Version desselben Themas, den Sternenhimmel (New York, MoMA), in dem die ganze Heftigkeit seines verwirrten Seelenlebens zum Ausdruck kommt. Die Bäume nehmen Flammenformen an und der Himmel und die Sterne wirbeln in einer kosmischen Vision durcheinander. In dem im Musee d'Orsay aufbewahrten Bild Sternennacht über der Rhône verstärkt die Anwesenheit eines Liebespaares im Vordergrund die heitere Gelassenheit der Stimmung.


Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter