Claude Monet
Die Elster

Die Elster
Claude Monet (1840-1926)
Die Elster
Zwischen 1868 und 1869
Öl auf Leinwand
H. 89; B. 130 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Pie [Die Elster]


Gegen Ende der Jahre 1860 bemühte sich Monet, die vorübergehenden, flüchtigen Erscheinungsformen und Wahrnehmungen in der Natur einzufangen. Gemeinsam mit Pissaro, Renoir und Sisley widmete er sich dem komplexen Unterfangen der Schneelandschaft, die Courbet kurz zuvor sehr erfolgreich dargestellt hatte. Er zeigt statt der Begeisterung ausstrahlenden Wald- und Jagdszenen des letzteren das beschauliche Bild einer Elster, die gleich einer Note auf dem Gatter zu sitzen scheint. Das Bild besticht durch die Effekte von Sonnenlicht und Schatten, die die ungreifbare ätherische Atmosphäre wiedergeben. Die erste impressionistische Landschaft war geboren, und dies fünf Jahre vor der ersten offiziellen Ausstellung und vor der Namensgebung der Bewegung.
Bezeichnend für dieses Landschaftsbild, das in der Gegend von Etretat im Freien entstand, sind die hellen ungewöhnlich leuchtenden Farbtöne. Der Kritiker Félix Fénéon schrieb diesbezüglich: „[Auf die Öffentlichkeit], die an die bituminösen Saucen der Küchenmeister der Schulen und Akademien gewöhnt ist, wirkt die helle Farbgebung verblüffend“. Angesichts der innovativen, kühnen Darstellung – im Zentrum stand die Wahrnehmung und nicht die Beschreibung der Natur - ist es nicht verwunderlich, dass die Jury des Salons 1869 das Bild ablehnte.


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